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Hier kommen Sie direkt zu den
einzelnen
Kopfschmerzerkrankungen (Krankheitsbilder):
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Spannungskopfschmerzen
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Migräne
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Kombinationskopfschmerzen
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Sekundärer Kopfschmerz
(u.a.
Schmerzmittel-Kopfschmerz bzw.
Analgetikakopfschmerz,
Ergotamin-Kopfschmerz,
Arteriitis temporalis
bzw.
Riesenzellarteriitis)
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Cluster-Kopfschmerz
(Raeder-Syndrom)
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Zervikogener Kopfschmerz (vertebragener
Kopfschmerz)
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Paroxysmale Hemikranie
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Okzipitalneuralgie (Okzipitalisneuralgie)
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Hemicrania continua (Halbseitenkopfschmerz)
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Nacken-Zungen-Syndrom (Neck-Tongue-Syndrom)
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SUNCT-Syndrom
Für den
Text bzw. die Seite verantwortlich:

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Sozialgericht
stärkt die Rechte von Schmerzpatienten.
Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden,
er
muß
also nicht
irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren
sondern kann unter Hinweis auf das Urteil
gleich Widerspruch einlegen.
Hier
gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die
Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile
rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
hier
-
Zu
Schmerzthemen, die Krankheiten/Diagnosen betreffen, gelangen Sie
hier
Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:
Schmerzklinik (1):
www.schmerzklinik-1a.de,
Schmerzklinik (2):
www.schmerzklinik-1.de
Schmerzklinik (3):
www.schmerzklinik.biz
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
www.norderney-insel-hotel.de
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KOPFSCHMERZBEHANDLUNG
Kopfschmerzbehandlungen
Hier gelangen Sie nach unten direkt zu den Kopfschmerzbehandlungen der
jeweiligen
Kopfschmerzerkrankung
(sortiert in etwa nach Häufigkeit):
1.
Spannungskopfschmerzen (Kopfschmerzen vom
Spannungstyp)
Medikamentöse
Schmerztherapie
Die Behand
lung von
Spannungskopfschmerzen (chronische,
episodische) mit Medikamenten ist und bleibt angesichts mangelnder
kausaler (= ursächlicher)
Therapiemöglichkeiten eine Notlösung, weshalb im Hinblick auf die
Nutzen-Risiko-Relation die Arzneimittelverordnung ständig überprüft und der
aktuellen Leidenssituation des Patienten angepaßt werden muß.
Genaue Kenntnisse
über Nebenwirkungen und Kontraindikationen
(= Gegenanzeigen)
sind für eine optimale Kopfschmerzbehandlung unabdingbare Voraussetzungen. Grundsätzlich
gilt, daß
Analgetika (=
Schmerzmittel)
möglichst nicht auf Dauer verabreicht werden sollen. Die
Gefahr einer Gewöhnung oder gar Abhängigkeit wird durch Verordnung von
Kombinationspräparaten noch gefördert. Besonders gefürchtete Beimischungen sind
Barbiturate, Kodein und Ergotam in.
Akuttherapie:
Folgende Analgetika
(=
Schmerzmittel)
haben sich
bewährt: Acetylsalicylsäure (z.B. ASS-ratiopharm®, Aspirin®), Paracetamol (z.B.
ben-u-ron®) und sog. nichtsteroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel)
wie z.B. Ibuprofen (z.B. Brufen®, Dolgit®). Magenschonend sind die sog. COX-2
Inhibitoren z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Zusätzlich kann die Gabe eines
zentralen Muskelrelaxans z.B. Baclofen (z.B. Lioresal®)
(= ein Mittel zur
Muskelentspannung, im
Rücken
mark / Gehirn wirkend),
hilfreich sein.
Akute
(= plötzlich einsetzende, heftige)
Spannungskopfschmerzen
sprechen auch auf
Ergotamingabe
an. Hinsichtlich der Verordnungshäufigkeit bestehen aber die gleichen Bedenken
wie bei der
Migränetherapie.
Bei unzureichender Wirkung von Acetylsalicylsäure
oder Paracetamol kann zur
Kopfschmerzbehandlung auch Metamizol (Baralgin®, Novalgin®) versucht werden. Die
i.v. Applikation (langsam) führt zu einem schnellen Wirkungseintritt. In
seltenen Fällen kann allerdings die gefürchtete Agranulozytose
(= Zerstörung bestimmter Blutzellen)
auftreten.
Alternativ kommt aus der Gruppe der zentral wirksamen
(= im Rückenmark bzw. Gehirn wirkenden)
Schmerzmittel bei Spannungskopfschmerzen
noch Tramadol (Tramal®) in
Frage, evtl. in Kombination mit einem peripher
(= direkt im Schmerzbereich)
wirkenden Schmerzmittel. Tilidin, selbst in Verbindung mit Naloxon (Valoron N®)
hat nach unseren Erfahrungen immer noch ein gewisses Suchtpotential. Eine
Entwöhnung bzw. ein
Entzug ist manchmal sehr schwierig.
Opioide oder
Opiate (= morphinähnliche
Schmerzmittel)
sollten bei Spannungskopfschmerzen
eher zurückhaltend verordnet werden.
Oftmals kann mit der
therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behan
dlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
in Form von
Nervenblockaden (=
Nervenbetäubungen)
und Infiltrationen dominanter Schmerzareale prompt Schmerzfreiheit erzielt
werden. Häufig ist zu beobachten, daß die Wirkung deutlich über die
Wirkdauer des verwendeten örtlichen Betäubungsmittels hinaus anhält.
Kopfschmerzbehandlung
subakuter oder chronische
r
Schmerzen:
Zur Therap ie
subakuter (= eher mäßiger)
oder chronische
r Spannungskopfschmerzen
haben sich verschiedene psychotrope
Substanzen (z.B. Doxepin, Maprotilin)
(= Mittel, die auf die Psyche einwirken)
sehr bewährt. Primär kommen sie dabei wegen ihrer
Schmerzdistanzierung zur Anwendung. Maprotilin (z.B. Ludiomil®) kommt bei uns am häufigsten zur
Anwendung und ist wegen der ausgeprägten dämpfenden Wirkung besonders für
unruhige Patienten geeignet. Amitriptylin (z.B. Saroten®) ist stärker
stimmungsaufhellend und mäßig dämpfend. Amitriptylinoxid (Equilibrin®) ist eine
biochemische Vorstufe des Amitriptylins und gilt als besser verträglich. Doxepin
(z.B. Aponal®, Sinquan®) eignet sich zur vegetativen Harmonisierung, wirkt
ausgesprochen depressionslösend und dämpfend. Diese Substanz eignet sich auch
zur Abschirmung eines
Arzneimittelentzuges. Die Dosierung erfolgt generell
einschleichend.
Die genannten tri- und tetrazyklischen Antidepressiva
(= Mittel gegen Depressionen, u.a. auch gegen chronische Spannungskopfschmerzen wirksam)
können auch im Sinne einer
Schmerzprophylaxe
(=
Schmerzvorbeugung)
eingesetzt werden. Oftmals behalten wir diese Medikation nach einer
erfolgreichen Kopfschmerzbehandlung für weitere 2-3 Monate bei, allerdings in reduzierter
Dosierung (z.B. nur abends). In hartnäckigen Fällen hat sich die zusätzliche,
niedrig bis mittel dosierte Verabreichung eines
Neuroleptikum
s
(= Mittel zur Beeinflussung der Psyche)
bewährt. Wir bevorzugen Levomepromazin (Neurocil®) in der Dosierung 3x3-15 Trpf.
Levomepromazin wirkt psychomotorisch
(= Psyche und Bewegungsabläufe betreffend)
stark dämpfend, so daß es in Kombination besonders mit dem ähnlich wirkenden
Maprotilin vorsichtig dosiert werden muß.
Die
Wirksamkeit von Serotonin-Antagonisten
(= Mittel, die dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirken)
wie Methysergid (Deseril®), Lisurid (Cuvalit®) und Pizotifen (Sandomigran®,
Mosegor®) ist bei Spannungskopfschmerzen
(chronische) durch Studien bisher nicht belegt.
Auch
die Wirksamkeit der Beta-Blocker
(= blutdrucksenkende Mittel, aber auch
nachgewiesen hilfreich bei Migräne)
wie z.B. Propanolol (z.B. Dociton®) und Metoprolol (z.B. Beloc®) ist bei
Spannungskopfschmerzen
(chronische) wissenschaftlich bisher nicht eindeutig nachgewiesen, sie
können dennoch versucht werden.
Besonders bei Vorliegen einer "migränoiden"
Begleitsymptomatik (= z.B. Übelkeit,
Licht- und Lärmempfindlichkeit)
ist zur
Kopfschmerzbehandlung auch der Einsatz von Triptane (=
Migränemittel)
denkbar.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behan
dlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika):
Die
Kopfschmerzbehandlung mit
einem langwirkenden Lokalanästhetikum
(Bupivacain, Etidocain) hat sich
sowohl
bei akuten als auch bei subakuten oder chronische
n Schmerzzuständen sehr
bewährt
(Lees
er
et Hef
ermann,
Schmerzklinik Bad Mergen
theim 1990). Dabei
werden (stationär 1 bis 2 mal täglich) alle
Nerven, die an der sensiblen
Versorgung des Schmerzbereichs beteiligt sind, an ihrem Austrittspunkt mit 1-2
ml blockiert. Zusätzlich werden, falls betroffen, die Aurikulotemporal is-Region
(=
Schläfe
ngegend)
und korrespondierende Triggerpunkte
(= Schmerzreizpunkte)
infiltriert. Von besonderer Bedeutung sind die myofaszialen
(= von
Muskeln und deren Gewebsumhüllung
ausgehende)
Triggerpunkte. Bei hinterkopfbetonten Spannungskopfschmerzen, auch mit mehr oder weniger
deutlicher Beteiligung der
Halswirbelsäule, führen wir in gleicher Sitzung tiefe
Infiltrationen der angrenzenden ,
Muskulatur
mit insgesamt etwa 4- 6 ml durch.
Bei
halbseitigen Spannungskopfschmerzen
ist auch die wiederholte Betäubung des
Ganglion stellatum (=
vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
mit einem langwirkenden
Lokalanästhetikum hilfreich.
Im chronische
n
Stadium, aber auch bei episodenhaften
Spannungskopfschmerzen, wenn die schmerzfreien Intervalle nicht zu lange
anhalten (z.B. nicht mehr als 1 Woche), ist diese
Kopfschmerzbehandlung um so wirkungsvoller,
je häufiger sie angewendet wird. Als optimal erwiesen sich zwei Sitzungen pro
Tag über einen Zeitraum von ca. 10-20 Tagen, was in der Regel allerdings
organisatorisch meist nur stationär möglich ist. Nicht selten kann eine
anhaltende deutliche Schmerzlinderung, oft auch Schmerzfreiheit, manchmal sogar
schon nach wenigen Sitzungen erreicht werden.
Unter einer solchen intensiven
therapeutischen Lokalanästhesie kann in der Regel auch ein
Schmerzmittelentzug
erfolgreich durchgeführt werden, sofern das Abusus-
(= Mißbrauch-)
oder Abhängigkeitsverhalten tatsächlich auf eine Schmerzbelastung und nicht etwa
auf ein psychisches Suchtpotential zurückzuführen ist.
Nichtmedikamentöse
Kopfschmerzbehandlungen:
Bei der
Punkteauswahl zur
Akupunktur dominiert das Lenkergefäß, ein Meridian, der
hinter dem
After beginnt und sich über die Spitze der Dornfortsätze der
Wirbelsäule,
über die Schädelmitte bis zur Oberlippe erstreckt. Empfohlen werden
hauptsächlich die Punkte 19, 23 und 25; zusätzlich Punkte des
Gallenblasen-Meridians im
Kopf
bereich, so z.B. 3 und 20 (Kossmann et al.
1986).
Auch die transkutane Nervenstimulation mittels
Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat sich bei
Spannungskopfschmerzen bewährt. Mit dieser Methode lassen sich häufig
Schmerzmittel einsparen, oftmals kann auf zusätzliche Schmerzmitteleinnahme
sogar verzichtet werden.
Wenn chronische oder episodische Spannungskopfschmerzen mit Störungen im Bereich
der Halsw irbelsäule einhergehen, ist in der Regel die Verordnung von
physikalischen Therapiemaßnahmen (Fango, Massagen, Wärmeapplikationen usw.)
sowie Krankengymnastik hilfreich. Besonders zu empfehlen sind
Autoelongationsübungen. Manchmal kann auch durch eine manuelle Lymphdrainage im
Kop f-/Halsbereich eine deutliche Verbesserung erzielt werden.
Bewährt hat sich
auch die wiederholte oberflächliche Kältebehandlung im
Nacken -/HW S-Bereich,
evtl. auch unter Einschluß der angrenzenden
Schulter
muskulatur. Im Rahmen einer
Kurmaßnahme ist bei Spannungskopfschmerzen (chronische und episodische) auch eine Hydrotherapie in
Form von Wechselbädern und / oder Kneippschen Güssen empfehlenswert.
Auch
Biofeedback
(= Registrierung und
Rückmeldung bioelektrischer Signale)
kann hilfreich sein.
Insbesondere bei Spannungskopfschmerzen hat sich im Rahmen der psychologischen
Schmerztherapie die Vermittlung von
Entspannungstechniken (Progressive Relaxation nach Jacobson, Autogenes
Training) sehr bewährt. Bei streßinduzierten Spannungskopfschmerzen ist ein
Streß- und Schmerzbewältigungstraining hilfreich.
Wenn Sie mehr über die Erkrankung selbst erfahren möchten, dann klicken Sie
hier:
www.schmerz.com/schmerzen/spannungskopfschmerzen
2.
Migräne
(Was die Presse über unsere
Migränebehandlung
berichtet:
www.1-migraene.de/artikel1)
Zunächst muß der Patient
eingehend über die
Migräneerkrankung aufgeklärt und über die
Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Auf anamnestisch
(= aus der Vorgeschichte) eruierte auslösende
Faktoren (z.B. Schokolade, Käse, Rotwein) sollte besonders eingegangen werden.
Hinweise auf eine vernünftige Lebensweise sind hilfreich, so z.B. regelmäßige
Ruhezeiten, maßvolle körperliche Aktivitäten, möglichst Verzicht auf Alkohol
und Nikotin und Vermeidung von
Streß
situationen.
Kopfschmerzbehandlung
beim akuten Migräneanfall:
Ganz wichtig ist der Hinweis,
daß
Analgetika (=
Schmerzmittel)
möglichst frühzeitig einzunehmen sind, d.h., der Patient darf nicht abwarten,
bis das Vollbild der Mig räne
kop
fschmerzen eingetreten ist, sondern die
Medikamenteneinnahme soll schon bei den ersten Anzeichen erfolgen.
- Als Mittel
der ersten Wahl gilt noch immer die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS)(z.B.
Aspirin) 1-1,5g
- Bei ungenügender Wirkung von
ASS empfiehlt sich ein Versuch mit Paracetamol (z.B. ben-u-ron), 1-1,5 g (in Form von
Tbl., Saft oder Zäpfchen)
- Nichtsteroidale
Antirheumatika (z.B. Naproxen, Diclofenac, Ibuprofen) sind gegen
Migränekopfschmerzen ebenso
wirksam wie ASS bei vergleichbarer oder geringerer Nebenwirkungsrate. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
- Bewährt
hat sich bei einem stärkeren
Migränekopfschmerz auch die Kombination von 1g ASS
mit 1g Paracetamol
- Auch ein Therapieversuch mit Metamizol (z.B. Novalgin®) ist manchmal
lohnend
- Ein potentes Therapeutikum bei
Migränekopfschmerzen
ist der Serotoninagonist (= Mittel, das
dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkt) Sumatriptan
(Imigran®). Initiale Dosierung : 100mg zum Einnehmen oder 6mg unter die Haut
gespitzt. Bei Wiederauftreten von Kopfschme
rzen maximal zwei Verabreichungen in
24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende Nebenwirkungen berichtet, auch in
den Medien. Bei Beachtung der Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von
Wirksamkeit und Verträglichkeit jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen
1993). Wegen des relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (gilt auch für
andere Triptane) allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere
Migränemittel nicht den gewünschten Erfolg bringen. Zwischenzeitlich gibt es weitere Triptane: Zolmitriptan (AscoTop 2,5®,) Naratriptan (Naramig®),
Rizatriptan (Maxalt®), Almotriptan (Almogran®) und Eletriptan
(Relpax®). Zur
Behand
lung der hemiplegischen, ophthalmoplegischen oder
Basilaris-Migräne sind
Triptane allerdings nicht geeignet.
- Ergotaminpräparate sind klassische
Migränemittel zur Kupierung eines
Migräneanfall
s, wegen der möglichen
Nebenwirkungen jedoch nicht ganz unproblematisch. Die Gefahr einer Gewöhnung
und Auslösung von zusätzlichen
Dauerkopfschmerzen steigt mit zunehmender
Einnahmehäufigkeit. Aus diesem Grunde sollten pro Woche nicht mehr als 6mg Ergotamintartrat und pro
Migräneattacke nicht mehr als 4mg eingenommen werden
(Göbel, Ensink et. Soyka 1994).
Grundsätzlich gilt auch hier,
daß beim
Migränekopfschmerz die Verwendung von Mischpräparaten (z.B. Ergotamintartrat mit Koffein oder Prophyphenazon, Codein, Paracetamol usw.)
strikt vermieden werden soll.
- Auf dieser Therapiestufe kann auch
Dihydroergotamin (Hydergin®) i.m. (= in den Muskel) oder ganz langsam
i.v.
(= in eine Blutader) versucht werden (1-1,5mg).
-
Besonders bei ausgeprägten vegetativen Mig räne
-Begleiterscheinungen hat sich die zusätzliche Gabe von 1-2 mg Flunitrazepam
(Rohypnol®)
(= ein Schlafmittel)
sehr bewährt, auch unter dem Aspekt,
Schmerzmittel einzusparen, zumal die
Patienten in dieser Situation ohnehin das Bedürfnis haben, sich hinzulegen.
Werden die
Migränekopfschmerzen von Nausea (=
Übelkeit, Brechreiz) und Erbrechen begleitet
(evtl. auch schon vor dem erwarteten Auftreten dieser Symptome), ist die
Verabreichung von Metoclopramid (Paspertin®) sehr wirksam, zum Einnehmen
oder als Zäpfchen bis zu 20mg, i.m. oder i.v. 10mg. Metoclopramid sollte nicht
an Kinder unter 10 Jahren verabreicht werden. Es ist vorteilhaft, diese Substanz
vor einem Analgetikum
(=
Schmerzmittel)
einzunehmen, weil Metoclopramid die Darmtätigkeit steigert und somit die
Resorption (= Aufnahme im Darm)
weiterer verabreichter Substanzen fördert. Alternativ kann auch der
Dopamin-Antagonist Domperidon (Motilium®) verwendet werden, Tabletten oder
Tropfen bis zu 30mg.
Unter stationären Bedingungen, denkbar auch in einem
separaten Raum innerhalb einer Praxis, hat sich bei Mig räne
die Verabreichung
einer Infusion (500ml Kochsalzlösung) mit 1g ASS (Aspisol®) kombiniert mit
10mg Metoclopramid (z.B. Paspertin®) und 1-2mg Flunitrazepam (z.B. Rohypnol®)
sehr bewährt, bei heftigen Schmerzen zusätzlich 50-100mg Tramadol (z.B. Tramal®).
Die
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behan
dlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
ist bei bereits voll entwickelten akuten
Kopfschmerzanfall wenig hilfreich.
Allerdings kann bei frühzeitiger Durchführung die Symptomatik in vielen
Fällen abgeschwächt werden, so daß oftmals Analgetika (=
Schmerzmittel) gar nicht oder in weit geringerer
Dosierung als sonst üblich eingenommen werden müssen.
Wir blockieren
vorzugsweise mit Bupivacain 0,5% die Ner ven
supraorbitales (=
Nerven an der Augenbraue) (je ca. 0,5ml),
occipitales major (= Nerven am
Hinterkopf) (je ca. 1ml) und minor
(je ca. 0,5-1 ml) und infiltrieren die
Schläfe
nregion beiderseits (je ca. 1-2ml). Obwohl die
Migränekopfschmerzen
meist nur einseitig auftreten, hat es sich bewährt, diese
Therap
ie nicht
nur auf die aktuell betroffene Kopfhälfte zu beschränken.
Wenn heftige
Migräneanfälle gehäuft (mehrmals pro Woche) auftreten, sind im Rahmen einer
stationären Therap
ie schmerzseitige Blockaden
(= Betäubungen) des
Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in engmaschiger Abfolge sehr hilfreich.
Arten die Kopfschme rzen in einen Status migraenosus
(= länger als 72h anhaltender
Migräneanfall)
aus, so ist dies eine Indikation (= Anzeige) zur stationären Aufnahme.
Bewährt hat sich
die mehrmalige (2-3x in 24 Std.) Verabreichung von 1-2mg Flunitrazepam (z.B.
Rohypnol®), initial zusammen mit 40mg Prothipendyl (z.B. Dominal forte®),
sowie eine Tropfinfusion mit 100 mg Tramadol, 1g Aspisol® und 10-20mg
Metoclopramid. Bei anhaltendem Erbrechen sollte mit der Gabe von
Dehydrobenzperidol (z.B. 2,5 mg i.m.) nicht gezögert werden.
Allgemeinmaßnahmen
bei Mig räne-
Kopfschmerzen bestehen in Reizabschirmung (ruhiges und verdunkeltes Zimmer).
Prophylaktische (=
vorbeugende)
Kopfschmerzbehandlungen:
Nicht immer sind die Patienten bereit, auch im
schmerzfreien Intervall konsequent Medikamente einzunehmen, so daß oftmals eine
ausführliche Aufklärung erforderlich ist. Eine
Migränevorbeugung sollte nur dann erfolgen, wenn eine
Migräneattacke mindestens zwei mal pro Monat
auftritt. Nach Göbel und Soyka (1994) ist die Indikation auch
gegeben, wenn im bisherigen Verlauf mindestens zweimal ein Status migraenosus,
eine prolongierte (= verlängerte)
Aura oder einmalig ein migränöser Infar kt (=
Gewebszerstörung in bestimmten Hirnbereichen infolge von Sauerstoffmangel)
aufgetreten sind.
- Als Mittel der ersten Wahl gelten Beta-Rezeptorenblocker
(= eigentlich Blutdruckmittel, die aber auch gegen Mig räne
wirken).
Allerdings haben nicht alle Substanzen aus dieser Gruppe eine vorbeugende
Wirkung auf die Mig räne. Relativ sicher wirken Propanolol und Metoprolol (Diener
1989); beide Substanzen werden langsam einschleichend dosiert. Die tägliche
Höchstdosierung für Metoprolol (z.B. Beloc®) beträgt 200mg, für Propanolol
(z.B. Dociton®) 240mg. Bei Ausbildung nicht tolerierbarer orthostatischer
(= den Kreislauf betreffende)
Störungen oder einer Bradykardie (=
zu langsamer Puls) muß die
Therap
ie abgebrochen
werden (ausschleichend). In der Einschleichphase müssen daher regelmäßige
Puls- und Blutdruckkontrollen durchgeführt werden. Die Wirkungsweise der
Beta-Blocker in Bezug auf Mig räne ist noch nicht sicher
bekannt.
- Zur Intervalltherapie beim
Migränekopfschmerz eignen sich auch Kalzium-Antagonisten
(= ein Mittel das der Wirkung von
Kalzium entgegenwirkt). Flunarizin (Sibelium®)
sollte aufgrund einer Bewertung durch das Bundesgesundheitsamt nur bei Patienten
eingesetzt werden, die unter häufigen und schweren Mig räne
-Anfällen leiden
und bei denen eine Therap
ie mit Beta-Blockern kontraindiziert (=
gegenangezeigt) ist bzw. keine ausreichende
Wirkung gezeigt hat. Nach einer Studie hat sich Cyclandelat (Natil®) zur
Schmerzprophylaxe nicht bewährt.
- Eine weitere Prophylaxemöglichkeit (3. Wahl) der
Migräne-Kopfschmerzen besteht in der Verabreichung von Serotonin-Antagonisten
(= Mittel, die dem Gewebshormon
Serotonin entgegenwirken). Pizotifen
(Sandomigran®) hat einen hemmenden
Effekt auf die Serotonin-Freisetzung im Anfangsstadium der Mig räne. Lisurid (Cuvalit®),
ein Ergotamin -Derivat, ist ein Serotonin -Partialantagonist. Die Tagesdosis
beträgt 0,075 mg. Im Gegensatz zu anderen Autoren (Soyka 1989) wird
diese Substanz bei uns kaum verwendet, da bisherige Therapieversuche nicht
überzeugt haben.
- Zur
Kopfschmerzprophylaxe bei der sog. menstruellen (=
regelbedingten) Mig räne
soll Sulpirid
(Dogmatil®) hilfreich sein (Thoden 1986). Göbel und
Soyka (1994) empfehlen eine "Kurzzeitprophylaxe" mit 250-500 mg
Naproxen, vier Tage vor der erwarteten Regel bis drei Tage danach.
-
Das Derivat
der Lysergsäure, Dihydroergotamin (Hydergin®) ist zur Vor beugung der
Migräne-Kopfschmerzen umstritten. So wird es z.B. in anglo-amerikanischen Ländern
dafür nicht verwendet.
- Zur
Migränevorbeugung soll auch das Antiepileptikum (=
Mittel gegen die Fallsucht) Gabapentin (Neurontin®) eingesetzt werden können.
Wenn die
Migränenfälle gehäuft (z.B. mehrmals pro Woche) auftreten und andere
vorbeugende Medikamente (z.B. Beta-Blocker) nicht greifen, ist nach unserer
Erfahrung bei
Migränekopfschmerzen auch die
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behan
dlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
lohnend, besonders wenn sie
über 2-3 Wochen unter stationären Bedingungen 2x täglich konsequent
durchgeführt wird (Leser et Hefermann,
Schmerzkl
inik Bad Mergen
theim 1990 1990). Dabei betäuben
wir, wie zur Akutbehandlung schon beschrieben, die das Kranium
(= den knöchernen Schädel)
versorgenden Nerven
an ihren Austrittspunkten. Ergänzt wird die Kopfschmerzbehandlung durch tiefe Infiltration der oft verspannten, an die
Halswirbelsäule
angrenzenden
Muskulatur.
Die Wirkungsweise dieser
Therap
ie ist bei Mig räne nicht geklärt, vermutlich kommt es zu einer tiefgreifenden
neurovegetativen Umstimmung.
Diese Wirkungsvorstellung ähnelt sehr dem
neuraltherapeutischen Konzept, allerdings mit dem Unterschied, daß statt
Procain das langwirkende örtliche Betäubungsmittel
Bupivacain verwendet wird.
Ergänzende
Kopfschmerzbehandlungen:
Meist werden die
folgenden Methoden ergänzend eingesetzt, d.h. als Monotherapie (=
alleinige Therap ie) ist die Wirkung in der
Migränebehandlung in der Regel nicht ausreichend.
- Eine der klassischen
Indikationen für die Akupunktur sind
Kopfschme rzen. Zur
Therap
ie der Mig räne
kopfschmerzen dominieren Nadelpunkte auf dem Gallenblasen-Meridian, so
z.B. die Punkte 3, 17, 40 und 43, zusätzlich das Lenkergefäß 25 in der Mitte
der Nasenwurzel (Kossmann et al. 1986). Es sei darauf hingewiesen, daß
auch für die Therap
ie der Mig räne mit Akupunktur (noch) keine
wissenschaftlich exakten Ergebnisnachweise vorliegen.
- Die transkutane
Nervenstimulation mittels Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS)
kann, wenn sie bei den ersten Anzeichen einer
Migräneattacke
durchgeführt wird, durchaus eine Linderung der Beschwerden herbeiführen,
manchmal sogar den Ausbruch einer Attacke verhindern.
- Bei vielen Mig räne-Patienten fällt auf, daß auch im schmerzfreien Intervall die an die
Halswirbelsäule
angrenzende
Muskulatur,
teilweise auch die
Schulter
muskulatur
verspannt ist. In diesen Fällen hat sich die Verordnung von physikalischen
Therapiemaßnahmen (Fango, Kältebehandlung u.a.) und Krankengymnastik
als ergänzende Therap
ie bewährt.
- Manchmal kann auch durch eine manuelle Lymphdrainage im
Kopf -/Halsbereich eine deutliche Linderung der
Migränekop
fschmerzen erzielt werden.
- Zu erwähnen wäre bei Mig räne
auch die Hydrotherapie
in Form von Wechselbädern der
Extremitäten
(Arme und Beine) und/ oder Kneippschen Güssen.
Wahrscheinlich beruht der oft zu beobachtende positive Effekt auf einer
neurovegetativen Umstimmung im Sinne eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes.
- Bewährt hat sich bei Mig räne
auch Biofeedback
(= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
- Auch
psychologischen Interventionen können
eine Mig räne lindern:
hauptsächlich Entspannungstechniken, Streß- und/oder
Schmerzbewältigungstraining.
Wenn Sie mehr über die
Erkrankung selbst erfahren möchten, dann klicken Sie hier:
www.1-migraene.de
3) Kombinationskopfschmerzen
1. Zur Beha ndlung
der Kombination von M igräne
und Kop fschmerz vom Spannun gstyp gilt als Mittel der Wahl die parallele Medikation mit einem
Beta-Blocker (= eigentlich ein
Blutdruckmittel, wirkt aber auch gegen M igräne)
und einem Antidepressivum (= Mittel gegen
Depression, aber auch bei Schmerzen hilfreich).
Wir bevorzugen Propanolol (z.B. Dociton ®), 160-240 mg/d und Maprotilin (z.B.
Ludiomil ®), bis 150 mg/d. Für die akute und subakute Beha ndlung
hat sich die therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behan
dlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
im
Kopf bereich bewährt. Je nach aktueller Schmerzsituation können auch
Schmerzmittel
verabreicht werden.
2. Bei allen Kombinationen, die mit einem Schmerzm ittel- oder
Ergotaminabusus (=
mißbräuchliche Anwendung von Schmerzmi ttel bzw. Ergo tamin)
einhergehen, wie die Kombinationen M igräne
und Schmerzm ittel- oder
Ergota minkopfschmerzen, steht zunächst die
Entzugsbehandlung im
Vordergrund. Wegen des gefürchteten
Entzugskopfschmerz
es sollte die
Beha ndlung
stationär in einer
Schmerzklinik erfolgen.
Nach unserer
Erfahrung läßt sich ein
Entzug
besonders erfolgreich mit Trimipramin (Stangyl
®) (= ein Mittel primär zur Behandlun g">g der Psyche, wirkt aber auch schmerzlindernd)
bewerkstelligen. Die sonst ca. 3-10 Tage anhaltenden
Entzugskopfschmerzen
sprechen in der Regel zuverlässig auf die wiederholte (1 bis 2 mal tägliche)
therapeutische Lokalanästhesie im Kopfbereich an.
Die
Schmerztherapie mit einem
örtlichen Betäubungsmittel ist in dieser Situation die optimale Lösung, da es
wenig sinnvoll ist, den Entzugskop fschmerz wieder mit (anderen) Schmerzmitteln
behandeln zu wollen. Da die
therapeutische
Lokalanästhesie auch zur
prophylaktischen (=
vorbeugenden)
Migränetherapie geeignet ist,
tritt die ursprüngliche M igräne
nach einem erfolgreichen En tzug
oft nur noch
in abgeschwächter Form auf.
Bei nicht ausreichender Wirkung kann immer noch
zusätzlich ein Betablocker (=
Blutdruckmittel, das auch bei M igräne hilft)
(z.B. Propanolol) oder ein Serotonin-Antagonist
(= ein dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkendes Mittel)
verabreicht werdrd
3. Die Beha ndlung
der Kombination Spannun gs- und
Schmerzm ittelkopfschmerzen erfolgt analog zu 2. Zunächst beginnt man wieder die
Schmerzmittelentzugsbehandlung mit Trimipramin (Stangyl®) unter dem Schutz einer
wiederholten therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlun g">g mit einem örtlichen Betäubungsmittel).
Im Zuge einer stationären
Schmerztherapie führen wir diese dann 2x täglich noch
ca. 10-14 Tage konsequent weiter.
Zur
Schmerzprophylaxe
(=
Schmerzvorbeugung) der
Spannungskopfschmerzen ist
die Einleitung einer schmerzdistanzierenden psychotropen Medikation
(= Mittel zur Behandlun g der Psyche, wirkt
aber auch gegen Schmerzen) sinnvoll. Dazu tauschen
wir dann später Trimipramin (Stangyl®) gegen Maprotilin (z.B. Ludiomil®) oder
Doxepin (z.B. Aponal®) aus.
4. Vom Prinzip her gelten die beschriebenen Therapiemaßnahmen auch für andere
Kombinationen. Ist eine Komponente ein Schmerzm ittelkop fschmerz, so
erfolgt immer zunächst der En tzug, danach wird das ursprüngliche
Kopfschmerzsyndrom behandelt. In der Praxis ist es allerdings oft nicht
einfach, einen Kombinationskop fschmerz zu erkennen, besonders wenn eine
langjährige chronische Verlaufsform vorliegt.
Auch wenn wir nicht sicher sind,
daß Schmerzm ittel- oder
Ergotaminkopfschmerzen vorliegt, dies aber
aufgrund des aktuellen Medikamentenverbrauchs theoretisch möglich erscheint,
führen wir die beschriebene
Entzugsbehandlung durch, wobei wir die gewohnte,
bisherige Schmerzmittelmedikation sofort absetzen. Nicht selten bleiben
Kopf
schmerzen
nach dieser
Schmerzbehandlung
völlig weg, so daß dann nicht einmal mehr
im nachhinein eine differenzierte Diagnose gestellt werden kann.
Therapeutische
Lokalanästhesiesie
(=
Behan
dlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
im Bereich des Kopfes zur
Entzugsbehandlung:
Blockade aller Nerven, die an der
sensiblen Innervation (= Versorgung)
des Schmerzbereichs beteiligt sind (infrage kommen die Ner ven
supraorbitales,
occipitales majores et minores), mit 1-2 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% an ihren
Austrittspunkten, 1 bis 2 mal täglich. Zusätzlich werden, falls betroffen, die
Aurikulotemporalis-Region (=
Schläfenbereich) und korrespondierende
Triggerpunkte (= Schmerzreizpunkte)
infiltriert. Von besonderer Bedeutung sind die myofaszialen
(=
Muskeln und deren Gewebsumhüllung betreffende)
Triggerpunkte.
Bei hinterkopfbetonten Kop
fschmerzen, auch mit mehr oder weniger
deutlicher Beteiligung der
Halswirbelsäule,
unabhängig davon wie die
Kopfschmerz
en
nach den oben genannten Kriterien klassifiziert wurde, führen wir in
gleicher Sitzung tiefe Infiltrationen der paravertebralen
(= an die
Wirbelsäule angrenzenden)
Muskulatur
mit insgesamt etwa 4- 6 ml durch.
Grundsätzlich sind auch bei den verschiedenen Kom
binations kop fschmerzen
nichtmedikamentöse Therapieverfahren sinnvoll, so z.B. die transkutane (=
über die Haut verabreichte) elektrische Nervenstimulation mittels
Klebeelektroden und
Biofeedback (=
Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale), insbesondere aber auch psychologische
Interventionen (z.B. Erlernen von Entspannungstechniken,
Schmerzbewältigungstraining).
Wenn Sie mehr über die
Erkrankung selbst erfahren möchten, dann klicken Sie hier:
www.kombinationskopfschmerz.de
4) Sekundärer Kopfschmerz
Grundsätzlich gilt es, die
herausgefundene Schmerzursache ursächlich zu behandeln bzw. zugrundeliegende
Noxen (= schädliche Stoffe)
wegzulassen. Intermittierend (=
zeitweilig), bis z.B. eine kausale (=
gegen die Ursache gerichtete) Thera pie
wirksam
wird, können Schmerzmittel verabreicht werden.
Kann die ursächliche Krankheit
nicht oder nicht mehr erfolgreich therapiert werden (z.B. fortgeschrittener
Hirntumor), können Behandlungsmaßnahmen wie bei primären Nicht-Mig räne-
oder
Bing-Horton-Kopfschmerzen versucht werden.
Die
Kopfschmerzbehandlung
bei der
Arteriitis temporalis
(teilweise auch als
Arteriitis cranialis,
Arteriitis granulomatosa,
Riesenzellenarteriitis
oder
Riesenzellarteriitis
bezeichnet) (= En tzündung
der
Schläfenschlagader) besteht in sofortiger
Verabreichung von Kortikosteroiden. Als Einstiegsdosis werden 100mg Prednisolon
täglich empfohlen, jeweils nach 5 Tagen wird dann um 10 mg reduziert. Der
therapeutische Fortschritt kann an der Blutsenkung ersehen werden.
Wenn ein
Analgetikamißbrauch
(=
Schmerzmittelmißbrauch)
tatsächlich auf ein chronifiziertes
Schmerzsyndrom
und
nicht etwa auf ein eigendynamisches Suchtpotential zurückzuführen ist, besteht
die Therap
ie
der daraus resultierenden
Schmerzmittel-Kopfschmerzen in
sofortigem Absetzen des Schmerzmittels und nicht etwa in ausschleichender
Dosisreduzierung. Da mit dieser Maßnahme ja die Schmerzquelle, wegen der die
Analgetika
(=
Schmerzmittel)
überhaupt eingenommen wurden, nicht ausgeschaltet wird, muß die
Therap
ie
derselben mit anderen Mitteln fortgesetzt werden, denn es macht ja
wenig Sinn, in dieser Situation wieder auf (andere) Schmerzm ittel
zurückzugreifen.
Als alternative
Therap
ie
eignet sich in besonderem Maße die
wiederholte Verabreichung eines langwirkenden örtlichen Betäubungsmittels
(z.B. Bupivacain) in Form der therapeutischen Lokalanästhesie. Parallel zum En tzug
verordnen wir zur Abschirmung möglicherweise auftretender vegetativer
Entzugserscheinungen Trimipramin (Stangyl®), initial (= zu
Beginn) i.v. (= in die Blutader).
Nicht selten besteht
gleichzeitig auch ein Benzodiazepin-M ißbrauch. Eine diesbezügliche
Entzugssymptomatik kann mit Carbamazepin oder Valproinsäure behandelt werden (Apelt
et al. 1992).
Die En tzugsbehandlung bei
Analgetikaabusus
(=
Schmerzmittelabusus
bzw. -mißbrauch)
erfordert intensive
ärztliche Interventionen, was in der Regel nur im Rahmen einer stationären
Therap
ie
durchführbar ist (Schmerzklin
ik).
Wenn Sie mehr über die
Erkrankung selbst erfahren möchten, dann klicken Sie hier:
www.sekundaerer-kopfschmerz.de
5. Cluster-Kopfschmerz
Ein statistischer
Erfolgsvergleich unterschiedlicher
Kopfschmerzbehandlungen wird durch die Tatsache
erschwert, daß ein episodischer Cl
usterkopfschmerz
schubartig verläuft,
d.h. monatelange, in Ausnahmefällen sogar jahrelange schmerzfreie Intervalle
kennzeichnen diese Kopfschmerzform. Ein chronischer
Cl usterkopfschmerz kommt eher seltener vor.
Wie bei den anderen primären (= nicht auf eine andere
Krankheit zurückzuführende)
Kopfschmerzen ist es
auch beim Cl
usterkopfschmerz oftmals erforderlich, die verschiedenen
Kopfschmerzbehandlungen nacheinander auszutesten, um die optimale
herauszufinden.
Medikamentöse
Schmerzbehandlung der akuten
Clusterattacke:
Wegen der häufig kurzzeitigen Attackendauer kommen meist nur solche Methoden
zur Anwendung, die innerhalb weniger Minuten wirken können. Orale (=
Tabletten, Tropfen) und rektale (=
Zäpfchen) Verabreichung von z.B. Ergotam in ist
daher nur bei längerer Anfallsdauer sinnvoll.
Die Einatmung von reinem Sauerstoff
über Maske ist eine bewährte Methode zur Kupierung des Anfalls. Die
Verabreichung über eine Nasensonde ist meist nicht ausreichend. Diese Methode
hat den Vorteil, daß entsprechende Geräte zum häuslichen Gebrauch auf Kosten
der Krankenkassen verordnet werden können.
Im Gegensatz zur akuten
Migräneattacke spricht der akute
Cl usterkopfschmerz in der Regel auf
die
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behan
dlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
an. Bewährt hat sich die Betäubung der schmerzseitigen Nerven supraorbitalis
(ca. 1 ml), supratrochlearis (ca. 0,5ml), jeweils am zugehörigen
Austrittspunkt, und die großzügige flächenhafte Infiltration des dominanten
Schmerzareals im St irn- /Schlä fenbereich. Bei Schmerzausstrahlungen in den
Oberkiefer
muß der Infraorbitalis-Nerv ebenfalls blockiert werden (1-2ml). Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche
Betäubungsmittel) der
ersten Wahl ist bei uns das langwirkende Bupivacain 0,5% (z.B.
Carbostesin®).
In hartnäckigen Fällen führen wir diese Behand
lung mit gutem Erfolg
konsequent 2 bis 3 mal täglich durch, auch an Wochenenden, was jedoch nur unter
stationären Bedingungen durchführbar ist.&nb |